Category Archives: Herzscheiße

Fanfictionfreitag: I Only Have Eyes For You

Star Trek Voyager wird in Sachen Fanfiction immer meine erste, einzige und große Liebe bleiben – und ich bin eifrig dabei das Gerücht zu widerlegen, dass Voyager Fics ausschließlich aus holprigen Hausfrauenphantasien über Janeway und Chakotay bestehen müssen.

Quelle: http://jenniferleawho.tumblr.com/

I Only Have Eyes For You, erster Teil der K/7 Saga
von Michael Ben-Zvi auf Trekipedia – Delta Fleet
(Sprache: Englisch. Rating: nicht angegeben)

Eigentlich bin ich ja ziemlich voreingenommen, was Harry Kim und Seven of Nine angeht. Ich liebe beide Charaktere über alles, aber ich konnte sie mir eigentlich nie wirklich zusammen vorstellen weil sie einfach so überhaupt nicht harmonieren – aber dann habe ich diese Serie gefunden und plötzlich ist es so nachvollziehbar und richtig. Michael Ben-Zvis Geschichte ist perfekt bis ins Detail. Es ist eine Romanze die ihresgleichen sucht, sehr analytisch (natürlich, es ist ja Seven!) und trotzdem gefühlvoll, sehr geschickt in den bestehenden Canon eingeflochten (und das Beste: ein alternatives Ende zu “Endgame”!), und auch die Interaktionen mit den anderen Mitgliedern der Besatzung waren ein wesentlicher Bestandteil (großartig vor allem B’Elanna und der Doktor, und ganz entzückend natürlich Naomi), es wirkt einfach total echt und authentisch. Ich fand es großartig, zu sehen wie Harry und Seven sich miteinander entwickeln und was aus einem ersten verunglückten “Wünschen Sie zu kopulieren?” werden kann … hach, einfach nur hach!

Und das Beste, es gibt unter dem Titel “Delta Fleet” eine Fortsetzung in Form von virtuellen Episoden, in denen Harry der Captain der Enterprise ist und die sie zurück in den Deltaquadranten führen … aber die habe ich noch nicht gelesen. Entschuldigt mich, ich bin dann mal im Deltaquadranten.

(Und in meinen Fingerspitzen und im Unterbewusstsein meines Kopfcanons werden Barclay und Maggie gerade ziemlich irrational eifersüchtig, und sowohl Harry als auch Annie lachen schallend über die Idee einer Romanze, denn so sind die beiden eben. Ist das absurd? Weird is part of the job, oder?)

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Fanfictionfreitag: Fantastic Breasts And Where To Find Them

Ja, ich verbringe viel zu viel Zeit auf Buzzfeed, wenn ich eigentlich viel wichtigeres zu tun hätte. Ja, es ist eigentlich saublöd, aber zwischen idiotischen Listen à la “42 revolutionäre Arten einen Müsliriegel zu essen” und “WOWZA! Du hast ja gar keine Ahnung wie toll diese GIFs sind und generell ist das Leben scheiße ohne GIFs!” findet man hin und wieder richtig tolle Sachen. So wie das hier:

What turns me on is Ginny Weasley in the restricted section with her skirt hiked up, Sirius Black in a secret passageway solemnly swearing that he is up to no good and Draco Malfoy in the room of requirements slythering into my chamber of secrets. I am an unapologetic consumer of all things “Potterotica” and the sexiest part is (…) knowing that they are part of a bigger story.

Die Poetry-Slammerin Brenna Twohy aus Portland (Oregon, USA) über Sexualität und Pornografie und Sexismus und Objektifizierung von Frauen* und Fan-Fiction und Phantasie. Kraftvoll und augenöffnend.

Geht weg mit eurer Herzscheiße…

(Der Titel dieses Artikels bezieht sich natürlich auf die Herzscheiße des großartigen Funny van Dannen. Wenn man’s nicht kennt und lachen will, sollte man unbedingt ‘reinhören. 😀 )

Schon klar, es ist schwer eine Geschichte ohne Drama und Konflikte und Herzscheiße im Allgemeinen zu erzählen, vor allem wenn es eigentlich um epische Weltraumschlachten und die Rettung der Menschheit und vergleichbar monumentale Themen die man viel zu ernst nehmen muss geht. Und keine Frage, happily ever after und vergleichbare Klischees ziehen halt in seichtschnulzigen Komödien und Sitcoms besser, und wenn es schon um Herzscheiße gehen muss um die armen ahnungslosen Mädchen zu unterhalten, die ihren Männern zuliebe artig mitglotzen und sich vor lauter Raumschiffen schon fadisieren, dann nimmt man doch lieber das Alien der Woche, das praktischerweise in der nächsten Folge schon verschwunden ist, für Geplänkel und Matratzensport herhalten, sodass man sich nicht weiter damit befassen muss. Oder aber, man verrennt sich in übermäßige Dramatik, gebrochene Herzen, sagenhafte Arschlöcher, unresolved sexual tension, teenagerhaft lächerliches Ja-Nein-Vielleicht-Weißnicht-Hab’Angst-Getue, unfreiwillige Königskinder (“…und sie konnten zusammen nicht kommen…” – that’s what she said 😉 ), und was die Klischeekiste sonst noch hergibt, und gerade wenn man glaubt es wird was und da geht was wird’s doch wieder kolossal vergeigt. Ist leichter und ist lustiger, ja? Ist auch eindimensionaler und langweiliger.

Kurz und gut: stabile und respektvolle Liebesbeziehungen sind leider in der Science Fiction (zumindest in “meinen Fandoms”) ziemlich unterrepräsentiert. Ich frage mich, warum das so ist.

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