Category Archives: Linguistik

Conlang-Quiz

Ich verbringe zu viel Zeit auf Buzzfeed, fürchte ich … verbringe zu viel Zeit mit absurden Quizzes und sonstigen Unnötigkeiten. Aber dieses hier ist ganz lustig, in Sachen Conlangs – und ich habe alle erraten, außer die deren Fandoms ich nicht kannte 🙂 Und Ihr?

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Sprechen Sie Außerirdisch?

Mir geht ja kaum etwas so sehr auf die Nerven wie die inhärente Unlogik, dass ein Planet namens Blubb automatisch zur Gänze von Blubbianern bevölkert wird, die alle gleich aussehen und sich gleich kleiden und herrichten, und die alle Blubbianisch sprechen (eventuell bricht dann noch ein Canonfetischistenkrieg aus, ob das Blubbianisch oder doch Blubbisch heißt, aber das war’s dann auch schon) während die Erde selbstverständlich von vollig stereotyp homogenen Erdianern bewohnt wird, die alle Erdisch sprechen … oder warte, kommen die Menschen vieleicht doch vom Planeten Men und sprechen Menschisch?

Wer sich dafür interessiert, warum das vollkommener Blödsinn ist (oder auch nicht), dem kann ich diesen fundiert recherchierten Artikel ans Herz legen: One Planet One Language – Science Fiction Versus Earth Linguistic Diversity. Yeah Chomsky und yeah Universalgrammatik!

Ich persönlich finde es ja sehr schade, wie wenig Wert in SciFi-Serien auf die Entwicklung der kulturellen und sprachlichen Aspekte der außerirdischen Kulturen gelegt wird … Im Vergleich dazu wird ein riesiger Aufwand betrieben um die hypothetische Glaubwürdigkeit futuristischer Gadgets und technischem Gebrabbel erklären zu können, da werden ganze Beraterstäbe an echten Astronauten und Ingenieuren herbeizitiert – was eh kaum ein gewöhnlicher Fan, der nicht gerade einen PhD in Quantenphysik hält, verstehen kann, aber so grundlegende und nachvollziehbare Sachen wie Sprache und Kultur werden einfach außen vor gelassen?

Um auf das im Artikel genannte Beispiel einzugehen, in dem Uhura in Star Trek The Abomination by J.J. Abrams 2009 gefragt wird, ob sie “Romulanisch” spricht und antwortet “Ja, alle drei Dialekte” … grmpf, einfach nur grmpf (grmpf ist übrigens Romulanisch und bedeutet Schwachsinn). Romulus ist ein Planet mit 18 Milliarden Einwohnern und Zentralplanet eines riesigen Sternenimperiums – unter der Annahme, dass Sprechen und Sprache für Romulaner annähernd ähnlich funktioniert wie für Menschen (was wahrscheinlich ist, das ist schließlich Star Trek!) ist es absurd zu glauben, es gäbe dort nur eine Sprache mit drei Dialekten. Warum lässt man Uhura nicht sagen: “Ja, die drei wichtigsten Sprachen!”? Zum Vergleich: auf der Erde existieren tausende Einzelsprachen mit tausenden Dialekten, einige wenige haben sich zu globalen Verkehrssprachen ausgebildet (Englisch, Chinesisch, Spanisch, etc.) und werden als lingua franca überall verwendet, auch von Leuten die eine andere Muttersprache haben.

Star Trek ist was das angeht ein seltsames Zwitterwesen. Einerseits gibt es wohldurchdachte Entwicklungen wie Klingonisch und Applied Phlebotinum wie den Universaltranslator und die bemitleidenswerte Hoschi Sato, andererseits macht es sich ganz und gar keine Gedanken und versucht den gebildeten Zuschauer ganz offensichtlich für blöd zu verkaufen. Bitte, liebe Leute, wenn man es sich einfach machen will, dann sollte man einfach sagen “Babelfisch! Ist halt so!” oder “die TARDIS kann alles übersetzen, weil sie innen größer ist als außen”, oder aber man nimmt das Ganze und seine Fans richtig ernst und entwickelt nicht nur geil glitzernde Effekte sondern eine glaubwürdige fiktive Welt mit allem was an kulturellen und sprachlichen Aspekten dazu gehört, so wie Joss Whedon in Firefly (wo die Menschen der Zukunft wie selbstverständlich zwischen Englisch und Mandarinchinesisch codeswitchen, was vom heutigen Stand der Dinge aus gar nicht so unrealistisch klingt) oder in der Fantasy das ganze Game of Thrones-Universum, dessen Sprachen von echten Linguisten die wissen was sie tun entwickelt wurden.

Der zitierte Artikel fasst das ganz gut zusammen: Or maybe science fiction writers just need to learn a little bit more about linguistic diversity here on Earth before they set out to conquer the stars.” – na gut, einverstanden, wo kann ich mich bewerben?

Wir machen Sprache!

Ich bin süchtig nach TED-Talks und ich bin süchtig nach Sprache. Also lasst mich bitte mal kurz hyperventilieren, während ich das hier poste:

Der TED-Talk von David Peterson, der Dothraki (und noch ein paar andere Sprachen) für Game of Thrones (wa yeah, heute geht es weiter!) entwickelt hat, spricht über den Unterschied zwischen Grammatik und Vokabeln, über Regeln und Sprecher, über historische Linguistik und die Evolution von Sprache (kurz und gut: wie Sprecher Regeln erschaffen indem sie Regeln brechen und wie sich eine Sprache dadurch entwickelt, dass die Sprecher auf die Regeln pfeifen… irregular verbs, anyone?!), und darüber, wie man eine künstliche Sprache so konstruiert, sodass sie natürlich und glaubhaft erscheint. Faszinierend und präzise.

Anschauen!

Sachen machen: Sammlung für Plansprachen

Obwohl ich eine echte Wienerin bin – geboren, aufgewachsen, nicht untergegangen – finde ich nach all den Jahren immer noch neue, gute Gründe meine Stadt cool zu finden. Einer davon ist das Esperantomuseum der ÖNB.

Über meine Liebe zu Conlangs (auch wenn ich – noch? – kein Conlanger bin) werde ich beizeiten noch ausführlicher berichten, sonst sprenge ich hier noch völlig den Rahmen. Damit das nicht geschieht berichte ich einfach mal über einen Besuch in einem außergewöhnlichen Museum. Denn was sonst könnten drei Linguistinnen in den Weihnachtsferien 2013 in Wien machen, wenn ihnen zufällig grad fad ist?

Das Museum und die angeschlossene Sammlung für Plansprachen (die ich noch nicht besucht habe, aber unbedingt besuchen möchte) sind meines Wissens nach, zumindest in Europa, die ersten und einzigen ihrer Art.

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