Category Archives: Montagsfrage

Montagsfrage am Mittwoch: Frankfurter Buchmesse

Ich komme zu spät zur Party, aber es steht ja geschrieben, dass man für die Beantwortung der Montagsfrage die ganze folgende Woche Zeit hat, also mache ich mir mal kein schlechtes Gewissen. Die Libromanina will diesmal wissen:

Besuchst du nächsten Monat die Frankfurter Buchmesse?

Und ich so, schreckerfüllt: waaas, die ist schön nächsten Monat?! Hm, ja, gute Frage. Ich habe mal im Programm gestöbert und einiges reizt mich schon sehr, ich habe noch sehr gute Erinnerungen an meinen letzten Besuch auf der Buchmesse (und das nicht nur wegen der legendären Muffins, mit denen das Hotelzimmer der Schlafsaal verwüstet wurde … meine Güte, wann war das, in dem Jahr als die Türkei Ehrengast war glaube ich? jedenfalls war es ein Forentreffen und der historische Moment, in dem ich eine meiner besten Freundinnen endlich persönlich kennen gelernt habe) und als jemand der allmählich versucht beruflich Fuß zu fassen ist es bestimmt nicht verkehrt sich blicken zu lassen um sich einen Überblick zu schaffen und Kontakte zu knüpfen. Also … hm. Geplant war’s eigentlich nicht, aber vielleicht bin ich einfach spontan und wenn sich noch ein leistbarer Flug finden lässt schaue ich einfach hin und verbinde das gleich mit einem Kurzbesuch und einem Kaffeetratsch bei meiner Freundin in Frankfurt, die ich viel zu lange schon nicht mehr gesehen habe … mal sehen.

Montagsfrage: Wo bist du geographisch und literarisch?

Mhh … ich verspreche, bald kommt die Zeit in der ich mehr als nur Montagsfragen und Fanfictionfreitage hier veranstalte. Momentan geht’s drunter und drüber, ich komme zu gar nichts und dass schon wieder eine Woche vergangen ist bemerke ich nur anhand der neuen Montagsfrage … jedenfalls will Nina diese Woche wissen:

Wo befindest Du Dich geographisch gerade in Deiner Lektüre?

Hauptsächlich in dem Land, mit dessen Sprachen ich mich im Rahmen meines Studiums auseinandersetze – abgesehen davon bleibt im Moment nicht viel Zeit zum Lesen. Aber glücklicherweise liebe ich dieses Land und seine Leute sehr und es macht mir gar nichts aus, mich dort aufzuhalten, sei es zwischen den Seiten oder auch auf Feldforschung … 🙂 Deswegen ist mein Kopf momentan so hohl, dass ich kaum Lust zum Lesen habe, stattdessen treibe ich mich mit Dinosauriern im Viktorianischen London herum und auf einem Raumschiff mitten im Deltaquadranten. Auf dem Nachtkastl liegen allerdings zwei Bücher, die in näherer Zukunft gelesen werden möchten: Geschenkt, der neue Glattauer, der vermutlich in Österreich (oder in einer nicht näher benannten Stadt die Wien erschreckend ähnlich ist, ich weiß es noch nicht) spielt, und der dritte Teil der Tribute von Panem, wobei das fiktive Land Panem angeblich auf dem Territorium der heutigen USA liegt.

Und wo seid Ihr gerade?

Montagsfrage: Das “abgefahrenste” Buch?

Montag ist Montagsfragentag, und heute will die Fragestellerin auf dem Libromanie-Blog wissen:

Welches ist das abgefahrenste Buch das du je gelesen hast?

Ich kann mit der Frage irgendwie nichts anfangen, hauptsächlich wegen der Formulierung “abgefahren”. Das Wort existiert nicht in meinem aktiven Wortschatz (abgesehen von der Zug ist längst abgefahren o.ä.) und ich bevorzuge im Allgemeinen meine Adjektive konkreter und weniger plump. Außerdem, als Freundin von spekulativer Fiktion, vor allem utopischer/dystopischer SciFi, gehört ein gewisser sense of wonder zu einer guten Geschichte einfach dazu und vieles was nach objektiven Maßstäben “abgefahren” wäre ist in diesem Genre einfach ganz normal (Raumschiffe, Charaktere, Handlungsbögen,… alles ist möglich!). Als Allererstes ist mir Die Verwandlung von Kafka eingefallen, aber ich mag eigentlich weder Kafka noch Käfer … Nina, die Fragestellerin, nennt Shades of Grey (nein, nicht klatschi-klatschi am Popo, Sado-Maso macht so froh, sondern das wesentlich bessere Buch dieses Titels von Jasper Fforde) als “abgefahrenstes” Buch, das sie je gelesen hat. Ich hab’s auch gelesen, ich hab’s geliebt und ich warte schon ganz eifrig auf die Fortsetzung, doch obwohl es eine kreative bizarre Dystopie und extrem detailverliebt ausgearbeitet ist, ist es noch lange nicht das “abgefahrenste” was ich je gelesen habe. Solche Empfindungen und Einschätzungen sind wohl sehr individuell – ich lese beispielsweise überhaupt nicht im Horror-/Thriller-/Krimigenre, weil mir das zu “abgefahren” (im Sinne von grauslich) ist …

Ich mag ein gewisses Maß an Skurrilität, sowohl sprachlich-ästhetisch (Ernst Jandl, Christian Morgenstern, Dr. Seuss, damit bin ich quasi aufgewachsen) als auch inhaltlich.

Nach langem Überlegen fällt meine Wahl auf den Roman Malina von Ingeborg Bachmann – und das, obwohl das ganz und gar keine SciFi ist; wahrscheinlich ist es gerade deshalb so packend, so verstörend, so unbegreiflich. Der Roman oszilliert ständig zwischen dem Versuch eines ganz normalen biederbürgerlichen Lebens im “Ungargassenland” und den Abgründen der Seele zwischen Albtraum und Erinnerung und Geheimnis und Wahn – Bachmann nannte es die Nachtexistenz –, und wird von Wort zu Wort surrealer. Ich hab’s mehrmals gelesen und noch immer nicht ganz verstanden, werde ich wahrscheinlich auch nie (was beruhigend ist, denn es bedeutet wohl dass ich psychisch stabiler als Bachmann bin…) aber die Faszination hört nicht auf.

Bin schon sehr gespannt, was Ihr alle da draußen im Blogiversum zur Montagsfrage zu sagen habt!

Montagsfrage: Traumjob mit Büchern?

Sorry, abzutauchen war nicht geplant, aber irgendwie haben mich summertime sadness, ein akuter Schreibanfall auf der einen sowie massive Inspirationslosigkeit auf der anderen Seite, und das echte Leben ziemlich in Beschlag genommen. Aber jetzt versuche ich wieder da zu sein, und was bietet sich dafür besser an als eine Montagsfrage?

Was wäre dein Traumjob, wenn du irgendwas mit Büchern machen könntest?

fragt Nina diese Woche. Darüber muss ich gar nicht lange nachdenken, denn eigentlich gibt es mehr als nur einen Traumjob “mit Büchern” … in allererster Linie möchte ich Schriftstellerin werden, in einem einsamen Leuchtturm mit Katzen und einem endlosen Vorrat an Gin Tonics wohnen und einfach nur in Ruhe schreiben können. Nachdem das allerdings eher nicht so realistisch ist (wurde mir mitgeteilt. alles Spielverderber und Herzensbrecher! 😦 😉 ) gibt’s einige andere Optionen. Literaturkritikerin zu sein würde mir gefallen (so wie Marcel Reich-Ranicki, nur ohne Glatze), das ewig schwammige “irgendwas bei einem Verlag” (was wohl jede_r Geisteswissenschaftler_in irgendwann, irgendwo schon einmal als Antwort auf die gefürchtete “und was willst du dann damit machen, bitteschön?”-Frage gegeben hat), ein fabelhaftes Literaturcafé in Wien oder Berlin mit der ebenso fabelhaften Frau von Saltkrokan aufmachen (was daran scheitert, dass wir kein Eigenkapital haben und jeden ‘rauswerfen würden der Mist liest), und was ich mir ernsthaft als Plan B überlegt habe ist eine Buchhandelslehre, falls es mit dem Leben im Prekariat der angestrebten “wissenschaftlichen Karriere” nix wird.

Was meint Ihr? Was sollte ich machen wenn ich groß bin?

Montagsfrage: Bücher als Geschenke?

Bekommst Du eigentlich noch Bücher geschenkt?

fragt die Libromanie-Nina heute in ihrer traditionellen Montagsfrage. Die Antwort ist simpel: ja, klar! Eine Bücherwunschliste habe ich sowieso, der eine oder andere kennt meine Lesevorlieben auch ziemlich gut, und außerdem gibt’s immer noch die Möglichkeit Gutscheine für die Buchhandlung nach Wahl zu schenken (und nein, ich finde die Vorurteile gegen Gutscheine, dass sie ach so unpersönlich und bla bla yadda yadda seien, ziemlich unbegründet – gerade ein Büchergutschein ist wie ein Schlüssel für das Tor zu einer anderen Welt, und der Schenkende sagt quasi: fühl Dich wie zuhause und mach’s Dir bequem wo auch immer Du möchtest! Ist das nicht fürsorglich und vor allem absolut herrlich?).

Bücher zu schenken hat in meiner durch und durch lesebegeisterten Familie Tradition – ich kann und will mir Geburtstage und Weihnachten und andere feierliche Anlässe ohne Bücher gar nicht vorstellen und ich glaube, das eine oder andere Mitglied meiner Familie würde dreinschauen wie das sprichwörtliche Eichkatzerl wenn’s blitzt sollten Bücher aus irgendeinem Grund als Geschenksoptionen wegfallen. Um ehrlich zu sein, ich wundere mich gerade ein bisschen über das “noch” in der Frage … so als sei Bücherschenken nur was für Kinder? Ich finde nicht, im Gegenteil.

Kurz und gut, Bücher geschenkt zu bekommen ist toll, Bücher zu schenken aber auch!

Montagsfrage: Sommerbuch

Nina vom Libromanie-Blog fragt diesen Montag:

Was ist dein liebstes Sommerbuch?

Ganz klar: Astrid Lindgrens Ferien auf Saltkrokan (Vi på Saltkråkan). Es ist ein Kinderbuch, das ich zum ersten Mal etwa im Volksschulalter gelesen habe und das mich seither begleitet hat. Ich habe es immer und immer wieder gelesen, es ist nämlich wie ich finde das “erwachsenste” ihrer Bücher – es erzählt die unbeschwerte Inselidylle eines Kindersommers, poetisch und sehnsuchtsvoll, ich könnte mich darin verlieren und ach! wie gerne würd’ ich jetzt in Schweden sein … (zwanzig Tage noch, yippee yeah!)

Außerdem: Thomas Manns Zauberberg. Ich verstehe ja die Tendenz nicht, im Sommer lieber Seichtes zu lesen, gerade dann habe ich den Kopf völlig frei um mich in anspruchsvolle Bücher wirklich zu vertiefen. Der Zauberberg wird mich für immer an einen legendären Sommer mit meiner besten Freundin (die ich auf einem Zauberberg, wenn auch einem anderen, kennen gelernt habe) erinnern, fast zehn Jahre ist das jetzt her, unterwegs irgendwo zwischen Paris und Barcelona und beide haben wir Mann und Irving gelesen … schön war das.

Der kommende Sommer jedoch wird viele Bücher haben … in erster Linie Màxim Huertas La noche soñada und John Irvings In One Person, denke ich.

Und Ihr, liebe Leserleins? Was lest Ihr übern Sommer, was sind Eure Sommerbücher?

Montagsfrage: Am Stück oder häppchenweise?

Alle Montage wieder stellt der LiBROMANIE-Blog die Montagsfrage, die ich auch diese Woche gerne wieder beantworten möchte. Irgendwie mag ich diese Aktion! 🙂

Lesen: lieber am Stück oder häppchenweise?

Wenn ich es mir aussuchen kann, lieber “am Stück”. In ein gutes Buch muss ich mich einfach vertiefen können, ich muss in die Welt des Buches völlig eintauchen können, muss mich der Handlung und dem Ambiente ungestört hingeben können. Immer nur ein paar Seiten in der Straßenbahn und zwischendurch lesen, das kann ich gar nicht, das macht mich ganz wahnsinnig. Ich bin jemand, der schon mal faucht wenn man mich wegen Unnötigem beim Lesen stört und der, wenn das Buch richtig gut ist, auch einfach mal die Zeit und alles Drumherum vergessen kann … also nehme ich mir bewusst ausreichend Zeit zum Lesen, alles unter einer Stunde ist indiskutabel – dafür habe ich auch (meist) kein Problem damit, wenn ich mal tagelang nicht zum Lesen komme, weil die Umstände nicht passen.

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